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Brainwash XII: Bayerische (Liebes-)Kulturen

Am Mikro: Claudia Oestreich und Steffi Kammermeier

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Dienstag, 07. Mai 2019

Beginn: 19:00 Uhr | Einlass: 18:30 Uhr

Alle Veranstaltungen | Live @ Werkstatt-Studio

Eintritt frei!

Veranstalter: Backstage Concerts GmbH

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Bayerische (Liebes-)Kulturen

Am Mikro: Claudia Oestreich und Steffi Kammermeier

Claudia Oestreich

Von Sex, Geschlechterfrieden und dem ultimativen Liebestrank

Männer und Frauen sind unterschiedlich, das wissen wir nicht erst seit Büchern wie „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ oder „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“.
Das Liebe kein Gefühl, sondern ein Seinszustand ist und woraus der ultimative Liebestrank besteht, wird ebenso thematisiert wie das spannende Thema Sex.
Ziel des Vortrags soll eine neue Sichtweise auf die Mann - Fraubeziehung geben und einen Lösungsansatz vorstellen, der es ermöglicht die Verliebtheit trotz aller Unterschiede zu zelebrieren und ein Leben lang zu halten.

Claudia Oestreich ist Dipl. Betriebswirtin und Heilpraktikerin Psych. und selbständiger Coach in München als Partnerschaftsexpertin. Ferner ist sie der weibliche Part beim Segelcoaching, wo sie mit ihrem Geschäftspartner Hanno Fecke gemeinsam auf dem Segelschiff in den schönsten Revieren coacht. Ihre Leidenschaft ist es zu coachen und zu segeln sowie Singles wie Paare in erfüllte Partnerschaft zu begleiten.

Steffi Kammermeier

Querköpf und Querdenker – Was Bayerische Sprache, Anarchie und Schweigen miteinander zu tun haben

Vielleicht liegt es daran, dass Bayern keltische Wurzeln haben, aber in Europa sind es bestimmt sie, die zu den sperrigsten und eigenwilligsten Volksstämmen gehören - so wie die Iren, Schotten, oder gar die bockigen Gallier, die bekanntermaßen schon Cäsar zum Wahnsinn trieben.
Die Bayern stehen ihren Stammesleuten in nichts nach. Schon gleich nicht in der Sprache, die sich für einen Sprachunkundigen beim Waliser genauso seltsam anhört wie bei einem Mittenwalder oder dem Zwieseler Glasbläser. 
Bairisch – im sprachlichen Kontext mit i geschrieben – hat viele Eigenheiten, die zugleich Merkmale der besonderen Mentalität der Bajuwaren sind. Wie jeder Dialekt schert sich die Sprache nicht um Bestimmungen und Indoktrination. Im Kern bleibt sie ursprünglich, anarchisch und querköpfig. Sie folgt ihren eigenen Regeln, die weniger logischen Grundsätzen folgen als vielmehr dem Gewachsenen – oder dem Lustigen, was oft unterschlagen wird von denen, die über die sturköpfigen Bayern schimpfen. Die haben nämlich einen unschlagbar trockenen Humor - an Schwärze den Briten in nichts nachstehend - und eine ebenso große Affinität zu Paradoxien und Absurdidät.
Die wiederum entstammt der anarchischen Grundhaltung des Bayern, die ihn zum geborenen Querdenker macht. 
Die berühmte Liberalitas Bavariae, diese besondere Art der Gleichmut und Toleranz ist tiefer Ausdruck der Anarchie im Gemüt. Da geht es weniger um moralische Werte, welche irgendeiner religiösen Anbindung entspringen könnten. Es geht darum, sich einfach nicht vorschreiben zu lassen, Weder wie gedacht, empfunden oder geurteilt werden muss, noch, wie etwas gesagt werden sollte.
Deshalb ist das Bairische auch zu einem gerüttelt Maß eine Nicht-Sprache. Etwas, das zwischen den Worten, oder noch besser, in den Pausen zu Ausdruck kommt.
Wie bei den drei Mannsbildern im Biergarten.  Nebeneinander vor einem Glas Bier sitzen sie und schweigen stier vor sich hin. Nach endloser Zeit seufzt der Erste: „mei…“ Worauf der Zweite weise nickt, offenkundig beeindruckt. Drei Minuten später öffnet er den Mund als wolle er was sagen. Der Erste blickt ihn überrascht an. Worauf der Zweite wieder verstummt. Er greift zum Maßkrug greift und schaut wieder nach vorn. - „Schwoa mas owe“, sagt darauf der Dritte, der die ganze Zeit den Spatzen Breznstückerl zugeworfen hat.  Worauf der zweite nickt. „Scho.“, sagt er.
Ein Exkurs in die Welt der bayerischen Querdenker, ihre Sprache und das, was Sie zwischen den Zeilen erkunden müssen, um einen echten Bayern vom Zuagroastn zu unterscheiden.
Achtung: es kann sein, dass Sie mitunter auch mitmachen sollen, vielleicht sogar dumpfe Laute von sich geben müssen und Abzählverserl üben.

Erschrecken Sie nicht, Steffi Kammermeier – die bekannte Filmemacherin, Coach und Trainerin - ist Dialekt-Spezialistin und in Bayern eine der wenigen, die diese seltsame Sprache zu unterrichten vermag. Als Münchner Gwax, also als gebürtige Querdenkerin aus Schwabing ist es ihr wurscht, ob Sie das jetzt gleich perfekt machen. Wichtiger ist, dass Sie Lust und Spaß haben, mit in die Welt der Bayerischen Querköpf einzusteigen. Was Sie darin finden, können wir alle in diesen Zeiten gut gebrauchen: Unbestechlichkeit, Geradlinigkeit – und ein besonderes Quäntchen Verständnis für die Merkwürdigkeiten dieser Welt.

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